Freitag, 17. November 2017

Unterwegs 16



Rezension


Unterwegs
Das etwas andere Fanzine aus Österreich
Nr. 16, November 2017
96 S.







Teil 2 des in der vorigen Ausgabe begonnenen Projekts eines Lexikons der Ultràkurven der zwanzig italienischen Regionen führt diesmal nach Apulien (italienisch Puglia) an den Stiefelabsatz. Die Region ist für Josef Gruber die „Königsklasse“. 34 Vereine und Kurven werden von ihm mit Daten, Gruppennamen, Freund- und Feindschaften, einem Foto etc. aufgelistet. Dazu gibt es vertiefende Interviews mit den Ultras Tricase, den Bad Boys von Monopoli und zur Salzburger Freundschaft mit Barletta mit deren Vorsänger Salva. Interessant ist dabei auch wieder einmal der Rückblick auf historische aufgelöste Ultràgruppen. Einen Einblick in die Werkstatt gibt es dazu in der Einleitung des Lexikon-Teils des Hefts: „Besonders schwer war es, Infos aus Taranto ranzuholen. Über 2 Ecken (das übliche Spiel also) klappte aber auch das. Mitten im Hochsommer wurden einem Original aus der Kurve tatsächlich ein paar Sätze über die Auflösung der ersten Ultra-Gruppe in Taranto entlockt. Diese 4 kurzen Rückblicke auf Lecce, Bari, Foggia und Taranto haben gesamt über 1 Woche Recherche in Anspruch genommen. Nur damit ihr ein Gefühl bekommt, wie lang sowas dauert.“ Film- und Büchertipps schließen den 66-seitigen Schwerpunkt ab.

Weitere Berichte behandeln im Heft den Film Großer Bruder sowie einige besuchte Spiele im Sommer 2017. Anläßlich eines Testspiels des Vereins in Altach führt er dort auch ein Interview mit dem Schweizer Atalanta-Fan Remo Z., u.a. Autor des Blogs viaggiare partire (und Teil des Unterwegs-Übersetzungsteams).

Mittwoch, 15. November 2017

Blickfang Ultrà, 42



Rezension


Blickfang Ultrà
Nr. 42
2017
116 S.








Das Schönste der Ausgabe findet sich gleich am Titelblatt: Ein Bild vom Rapid-Corso in die Südstadt vom August.

Sehr spannend sind die Passagen zur Geschichte der Freak Brothers von Ternana, die das Ulmer Fanzine La Cosa Nostra zusammengetragen und übersetzt hat und die hier nachgedruckt werden. Dabei u.a. auch ein altes Interview mit den Freak Brothers, das es in Josef Grubers Unterwegs No. 6 (Jänner 2000) zu lesen gab, samt einem Interview dazu mit ihm selbst zu dessen Entstehungsgeschichte. Selbst die Geschichte des Comics, der zur Namensgebung diente, wird beleuchtet.

Berichte informieren über Geschehnisse rund um das Cupfinale (bzw. „den Cupfinal“, wie man dort sagt) in der Schweiz und die Ausschreitungen bei jenem in Griechenland. Interessante aktuelle „Splitter“ bieten Informationen es zur Lage in verschiedenen Kurven in Italien.

Ausführlich gibt es wiederum die geschätzten Kurzberichte mit Foto und auch nur wenigen Zeilen zu den Europacup-Erstrundenspielen und auch (etwas länger) zu den Matches im DFB-Pokal. Eine wunderbare Informationsflut, die man online so gewiss nicht lesen würde, aber hier blättert und liest man gerne.

Sonntag, 12. November 2017

Hodonín - Spartak Hulín 1:1 (0:1)

Tschechien, Moravskoslezská fotbalová liga, 15. kolo, 12.11.2017
Stadion U Červených domků, 258

Ein gerechtes Remis gab es zwischen dem FK Hodonín und Spartak Hulín. Auf der in der Stadt auf Litfaßsäulen plakatierten Matchankündigung waren zwar Lukas Podolski und Steven Gerrard zu sehen, das Spiel bot dann aber doch altbekannten und geschätzten mährischen Drittligafußball ohne sie. Immerhin aber sehenswert angetrieben vom 40-jährigen tschechischen Ex-Erstligakicker Tomáš Polách als Mittelfeldregisseur schaffte Hodonín in der vom einsetzenden Regen geprägten zweiten Halbzeit noch den Ausgleich nachdem die Gäste in der ersten Hälfte in Führung gegangen waren.
Der heutige FK Hodonín wurde 1994 als ein Jugendsportverein gegründet, aus dem 2007/08 eine Kampfmannschaft als FK Šardice B als zweite Mannschaft von Šardice in der sechstklassigen I. A třída begann. 2009 wurde daraus dann mit dem Aufstieg in die Fünftklassigkeit und Fusion mit dem SK Hodonín der RSM Hodonín-Šardice und 2010 nur mehr RSM Hodonín, wobei RSM für Regionální Středisk Mládeže („Regionales Jugendzentrum“) stand. 2014 wurde der Verein in FK Hodonín umbenannt. 2017 stieg man nach sieben Jahren in der viertklassigen Divize in die MSFL auf.
1919 war der SK Hodonín gegründet worden. In der kommunistischen Tschechoslowakei wurde daraus 1949 Sokol Hodonín, 1951 ZSJ Nafta Hodonín und 1953 DSO Baník Hodonín, der dann 1958 mit dem 1951 als ZSJ JMA Hodonín gegründeten DSO Spartak Hodonín zu TJ Slovan Hodonín fusioniert wurde. Beide Vereine hatten 1958 drittklassig gespielt, doch nach der Fusion ging es ab- statt aufwärts. Bis 1990 spielte die TJ Sigma Hodonín, wie der einstige Slovan ab 1980 hieß, meist fünftklassig. 1990 wurde Sigma wiederum mit dem Militärsportverein VTJ Hodonín, der 1960 als VTJ Dukla Hodonín gegründet worden war, fusioniert. Man spielte von 1991 bis 1997 in der viertklassigen Divize, nach dem Abstieg 1998 wurde auch die Verbindung zum Militär aufgelöst sodass der Verein ab 1998/99 als SK Hodonín weitermachte. Allerdings grundelte man zuletzt 2007/08 in der siebten Liga als man mit dem FK Šardice zum RSM Hodonín-Šardice fusionierte.
Das Stadion u Červených domků hat seinen Namen „Stadion bei den roten Häusern“ von der nebenan liegenden Wohnsiedlung. Eine große Haupttribüne mit über 500 Sitzplätzen und eine Stehplatztribüne auf der gegenüberliegenden Längsseite bestimmen die Anlage.
Die südmährische Stadt Hodonín, die an der slowakischen Grenze liegt, wurde schon vor fünf Jahren besichtigt als ein Spiel auf einem anderen Sportplatz besucht wurde.