Mittwoch, 21. November 2012

Verrückt nach Fußball: Eine Reise durch die Fankurven Italiens

Rezension

Verrückt nach Fußball
Eine Reise durch die Fankurven Italiens
Deutschland 2012
Film von Marc Quambusch
u.a. mit: Kai Tippmann, Jan Krapf, Jan-Henrik Gruszecki



Gemeinsam mit dem Italienkenner Kai Tippmann (Bericht auf seinem Blog altravita.com) bereisten die Protagonisten der ZDF-Reihe Verrückt nach Fußball Jan Krapf und Jan-Henrik Gruszecki den italienischen Stiefel und Sizilien. Der Film portraitiert in Schlaglichtern den aktuellen Zustand der italienischen Fankurven, die wie die gesamten Stadien durch schütteren Besuch gekennzeichnet sind.

„Fußball ist ein Thema, Fußball wird gelebt und das ist historisch immer so gewesen, ist auch weiterhin so. Die Leute gehen einfach nur nicht mehr ins Stadion.“ beschreibt Tippmann die Situation italienischer Fußballfans. Die gewaltgeladenen 80er und 90er Jahre hielten die Menschen nicht vom Massenbesuch ab, die repressiven Bestimmungen seit 2007 tun es erfolgreich. Der Fanvertreter Francesco Prosperi von AC Ancona kritisiert im Film die Kollektivstrafen, die alle betreffen. Mit den Maßnahmen der Radikallösung der versuchten behördlichen Zerschlagung der Ultrakultur wurde das Stadionerlebnis zum Hürdenlauf und damit auch allen anderen vergällt.

Einige Problemfelder reißt der 45-minütige Film an, kann sie in dieser Zeitspanne aber natürlich nicht gebührend beleuchten. Die institutionellen Probleme des italienischen Fußballs, die sich in Mißwirtschaft und wiederkehrenden Skandalen äußern, bleiben außen vor. Zumal der Schluß der Präsentation ungebrochener Leidenschaft gilt, wenn die Ultras von Inter beim Malen der Überrollfahne einer Derbychoreographie besucht werden. Es ist tatsächlich unglaublich, daß dort gefilmt werden konnte.

Ein gelungener Blick nach Italien, der von Orten und Menschen berichtet, die sonst nicht im medialen Blickpunkt sind. Hier kommen die Kontakte Tippmanns zur Geltung und machen die Doku herausragend. Es gibt den Film zum Nachsehen in der ZDF-Mediathek.

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